Stadtübung der Feuerwehr Selm 09.08.2013

Brand in einer Produktionshalle, Mehrere Personen vermisst

 

Während Wartungsarbeiten in den Hallen der Am Buddenberg ansässigen Firma Interhydraulik  durchgeführt werden kommt es zu einer Verpuffung und zu einem Brand. Mehrere Arbeiter können sich nicht mehr ins Freie retten und befinden sich noch im Gefahrenbereich.

Dieses Szenario haben sich die Selmer Feuerwehrmänner Thomas Adler und Markus Groppe für die Stadtübung der Feuerwehr Selm erdacht.

Am letzten Freitag um 19 Uhr ist es dann soweit, alle drei Löschzüge der Wehr werden telefonisch alarmiert und, wie in einem echten Einsatz, mit kurzen Stichworten über die Meldung eines Anrufers informiert.

Die Löschzüge aus Selm, Bork und Cappenberg machen sich, aufgrund des Übungsszenarios, ohne Martinshorn und Blaulicht auf zum Selmer Buddenberg. Insgesamt befinden sich damit 60 Feuerwehrleute und 14 Fahrzeuge im Einsatz.

Der Löschzug Selm trifft als erstes am Einsatzort ein, kurz danach folgen die Löschzüge Bork und Cappenberg. Die ersten Gruppenführer erkunden mit Hilfe der Brandmeldeanlage und den Feuerwehrlaufkarten die Lage des Brandherdes während sich draußen die ersten Trupps mit Atemschutzgeräten, Schlauchpaketen und ähnlichen Materialien ausrüsten um zum Brandherd vorzugehen.
Was schnell klar wird, der Brandherd befindet sich fast mitten in den Produktionshallen. Die ersten Trupps des Löschzuges Selm werden schnell in eine, noch rauchfreie, Vorhalle des Industrieunternehmens geschickt um von da in die verrauchten Hallen vorzurücken.

Der Einsatzleiter Andreas Ribbing teilt die Löschzüge rund um die Firmengebäude in drei Einsatzabschnitte auf. Von allen Seiten her können nun Trupps in die Produktionshallen vorrücken.

Das Bild was sich den Einsatzkräften bietet lässt schlimmes erahnen, die Haupthalle ist verraucht kann aber bei Bedarf sehr gut gelüftet werden, was sowohl die Arbeit der vorgehend Trupps vereinfacht wie auch die Gefahr für die Arbeiter minimiert, aber der direkte Brandherd besitzt diese Möglichkeit nicht und gerade dort werden die Opfer vermutet.

Die Trupps gehen nach und nach vor und suchen jeden Winkel der Hallen ab, was gar nicht so einfach ist da viele Gerätschaften herumstehen und so Winkel und Nischen bilden in die sich Personen befinden könnten.

Die ersten Opfer werden trotz der widrigen Umstände schnell aufgefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Die Menschenrettung verlangt den schwer bepackten Feuerwehrleuten einiges an Kraft ab, trotzdem gehen sie schnell und konzentriert vor. Alle Löschzüge arbeiten Hand in Hand.

Die Opfer, während der Übung gespielt von einigen Selmer Jungendfeuerwehrleuten wie auch von zwei speziellen Übungspuppen, werden draußen, außerhalb des Gefahrenbereichs von der Feuerwehr betreut. Die ganze Bandbreite möglicher Verletzungen wird von den Jungendfeuerwehrleuten simuliert, einige sind noch bei Bewusstsein und haben nur geringere Mengen Rauch eingeatmet, andere haben eine schwere Rauchgasvergiftung, alle Opfer haben auch Verletzungen. Ein Opfer muss gar, auf der Dachterrasse der Kantine von zwei Feuerwehrleuten reanimiert werden. Diese Kraftraubende Aufgabe übernehmen die beiden Selmer Feuerwehrleute Florian Tschöpe und Fabian Stumpe, das Opfer spielt Lennard Haschmann von der Jugendfeuerwehr. Auch die Rettung des Opfers wird simuliert, da der Rückweg auf ebenen Boden stark verraucht und somit sehr gefährlich ist wird die Drehleiter in Stellung gebracht über die das Opfer von der Dachterrasse evakuiert wird. Danach geht es für die beiden Feuerwehrleute wieder in die verrauchte Halle.

Während dieser dramatischen Szenen auf dem Dach geht in den Produktionshallen der Einsatz unvermindert weiter. Alle Opfer werden gerettet, erst danach wird der Brand direkt bekämpft, denn Menschenrettung geht immer vor. Auch die Entrauchung der Halle wird vorangetrieben, einige Trupps durchsuchen zur Sicherheit nochmals alle Winkel der Halle nach Opfern wie auch nach Brandherden.

Nach etwas mehr als einer Stunde heißt es dann schließlich offiziell „Feuer aus“. Alle Opfer sind in Sicherheit, der Brandherd ist gelöscht und die Halle wird nun endgültig entraucht. Eine schweißtreibende Großübung findet ihr Ende. Die Kameraden sind erschöpft aber sie waren erfolgreich.

Die Übungsleiter und auch der Einsatzleiter Andreas Ribbing sind zufrieden mit dem Einsatzverlauf, dies kommt auch in der abschließenden Besprechung auf dem Firmengelände zum Ausdruck. Die gute Zusammenarbeit der Löschzüge wurde nochmals bewiesen und gelobt, der Einsatz verlief mehr als zufriedenstellend.

Zum Abschluss der Übung konnten alle Feuerwehrleute die Halle der Firma nochmals in Ruhe und ohne störende Atemschutzmaske erkunden. Die Kameraden erwarben hierbei Ortskenntnisse die im Ernstfall unersetzlich sein können.

Die Feuerwehr Selm bedankt sich hiermit nochmal bei der Firma Interhydraulik die diese Übung ermöglichte.