Die Bürger der Bauernschaft Netteberge haben sich am 13.07.1919 in der Gastwirtschaft Klähr getroffen, um eine eigene Feuerwehr zu gründen. Der Feuerwehr Löschzug Netteberge wurde an die Feuerwehr Bork angegliedert. Es erklärten sich 50 Mann zur Teilnahme bereit.

4 Feuermeldestellen wurden eingerichtet:
1. Fr. Schlering 2. Fritz Baumeister 3. Fritz Lahr 4. Wilhelm Sobbe

Erster Brandmeister wurde Fritz Baumeister, sein Stellvertreter war August Schulze-Geiping.

Die ursprüngliche Planung als Anhang der Feuerwehr Bork zu agieren wurde bald überdacht und so entstand ein eigenständiger Löschzug.

Während des Kriegeswurden fast alle aktiven Feuerwehrleute einberufen und der Dienstbetrieb kam zum erliegen. Im Jahre 1945 wurden alle Uniformen beschlagnahmt.

Im Jahre 1948 formierte sich die Feuerwehr erneut zu einer Löscheinheit. Löschzugführer wurde Alfons Dortmann. 1949 wurde dann in Eigenleistung ein neues Gerätehaus gebaut. Die Bauern in der Bauernschaft Netteberge wurden verpflichtet, durch eine Zahlung von 0,20 DM/Morgen Land den Bau finanziell zu unterstützen.

Damit die zur Verfügung gestellte VW Pritsche auch schnellstens zum Einsatzort befördert werden konnte, wurde dazu ein alter britischer Jeep beschafft, welcher bei Stucht so umgebaut wurde, dass auch die Kameraden transportiert werden konnten.




     
     
Im Jahre 1958 wurde dieses Fahrzeug ersetzt durch einen VW Bus mit Gruppenausrüstung (TSF) Dieses Fahrzeug tat dann treue Dienste, manchmal wurde auch die Pumpe zu Hause gelassen, damit auf der Fahrt zum Kegelabend mehr Leute hinein passten.

Im Jahre 1969 wurde das 50jährige Bestehen gebührend gefeiert. Hierfür wurde vor der Gastwirtschaft Baumeister eigens ein Zelt in Eigenleistung erstellt, damit ausreichend Platz vorhanden war.
Ein großer Festumzug durch ganz Netteberge zur Kranzniederlegung am Ehrenmal durfte natürlich nicht fehlen. Damit alle, auch die älteren Kameraden, teilnehmen konnten, wurden für den Umzug auch Kutschen eingesetzt. Ein besonderer Höhepunkt war damals auch, dass von der Familie Kussel drei Generationen vertreten waren.

Einen weiteren Höhepunkt erreichten die Kameraden der Löschgruppe Netteberge im Jahre 1972. Die Gruppe wurde Kreissieger des Kreises Lüdinghausen beim Leistungswettbewerb in Drensteinfurt und der Gruppenführer Bernhard Kussel nahm am Nachmittag den Siegerpokal in Empfang.

Im folgenden Jahr durfte man den Kreis Lüdinghausen auf Bezirksebene vertreten.Hier musste man sich aber leider geschlagen geben.



     
     
Im Jahre 1975 wurde dann das Nachfolgefahrzeug, ein Ford Transit TSF, in Dienst gestellt. Es wurde am 01.01.1975 mit UN Kennzeichen zugelassen, da Selm ab 1975 zum Kreis Unna gehört. Damit dieses Fahrzeug ins Gerätehaus passte, musste die Tür vergrößert werden, da die Einfahrhöhe nicht ausreichend war.

Im Jahr 1986 wurde ein TLF 8/8 vom Löschzug Selm nach Netteberge verlegt, um die Wasserknappheit in den weitläugigen Gebieten ohne Hydranten zu überbrücken. Das TSF wurde daraufhin bei Naber untergestellt.

Die Übergabe des TLF durch den Wehrführer Henner Leckebusch wurde mit einer zünftigen Feier bei Franz und Gertrud Naber durchgeführt.

Beim Herbstfest im Jahre 1988 wurde der Löschgruppenführer Heinrich Schlierkamp in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet und Josef Dortmann übernahm sein Amt.

1988 hatte es Heinrich Schlierkamp endlich, nach vielen Verhandlungen und Besprechungen geschafft, dass mit dem Bau des 
jetzigen Gerätehauses begonnen wurde. Die Bauarbeiten gingen zügig voran, so das bereits im Spätherbst das Richtfest im Saal Klähr gefeiert werden konnte.
Auch die weiteren Arbeiten gingen relativ reibungslos über die Bühne, und am 19. und 20. August 1989 konnte das neues Gerätehaus in Dienst gestellt werden. Die Übergabe erfolgte mit einem Festgottesdienst und der Einsegnung.Anschließend wurde der Schlüssel des neuen Gerätehauses an den Löschgruppenführer Josef Dortmann übergeben.

Weil in Netteberge jetzt Platz für mehrere Fahrzeuge war, wurde der in Selm stationierte SKW gestellt. Den freien Platz in Selm bezog das neue GSG Fahrzeug.
Ebenso wurde in den folgenden Jahren das in Bork stationierte TLF 16/25 durch ein Fahrzeug neuerer Bauart ersetzt. Die Netteberger Kameraden haben das alte Borker TLF, aus dem Jahre 1975, in Eigenleistung restauriert und damit ihr in die Jahre gekommenes TLF8/8 ersetzt.

Im Jahre 1984 wurde im Gerätehaus das 75jährige Bestehen der Löschgruppe mit einem Gottesdienst und Tag der offenen Tür gebührend gefeiert.
     
     
1999 wurde Josef Dortmann mit erreichen der altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet und Heiner Schlierkamp übernahm das Amt des Löschgruppenführers.

Zum Jahreswechsel 1999/2000 galt es, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr für den Jahrtausendwechsel sicher zu stellen, da niemand wusste,wie die EDV der Einsatzzentralen auf den Wechseln reagieren würden. Es wurden Listen erstellt, wie welche Kameraden zu erreichen seien und Signale vereinbart, wie bei Einsätzen zu verfahren sei. Da in dieser Hinsicht keine Probleme aufgtreten sind, traf man sich in der Nacht im Gerätehaus zur Abschlussbesprechung und zur Begrüßung des neuen Jahrtausends.

Im Jahre 2000 wurde das TSF, welches doch in die Jahre gekommen war, durch ein neues TSF-W der Firma Schlingmann ersetzt. Die Übergabe der Schlüssel an den Löschgruppenführer Heiner Schlierkamp erfolgte am 06.11.2000 im Gerätehaus.

Der doch recht alte Schlauchwagen musste dringend erneuert werden, und man entschied sich für die kostengünstigste Möglichkeit, das Fahrgestell durch ein gebrauchtes, aber doch recht gut erhaltenes, zu ersetzen. Hier wurde man bei der Firma Neuhaus in Selm fündig. Im Jahre 2003 erhielt der alte SKW ein anderes Fahrgestell. Der Umbau erfolgte erfolgte durch die Firma Neuhaus in Selm, welche diese Arbeiten sehr gut durchgeführt hat. Durch den Umbau entstand ein schlagkräftiger Schlauchwagen,welcher mittlerweile 2 TS und 2000m B-Leitung mitführt. Die Indienststellung erfolgte im Mai 2003.

Im Jahre 2008 übernahm Ulrich Lange die Löschgruppenführung, da Heiner Schlierkamp aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt nicht mehr ausführen konnte.
     
     
Netteberger Löschzug gewinnt den Stadtpokal

Von Theo Wolters am 6. September 2009 13:28 Uhr

Besser hätte das Festwochenende des Löschzugs Netteberge anlässlich seines 90-jährigen Bestehen nicht beginnen können. Die Löschgruppe gewann am Samstagnachmittag den Wettkampf um den Stadtpokal.


Die Netteberger hatten in den letzten Wochen immer wieder trainiert, wollten sie doch als Ausrichter endlich auch mal den Stadtpokal gewinnen. Denn bisher war er noch nie im Besitz der Löschgruppe Netteberge gewesen.

Die Netteberger entschieden sich, zuletzt an den Start zu gehen. Zwar waren die Zeiten der anderen vier Gruppen nicht bekannt, doch es war klar, es musste eine gute Zeit und zudem eine fehlerfreie Übung absolviert werden.

Schlauchleitung und Wasserentnahme

"Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer und die Verlegung von Schlauchleitungen", so lautete die Aufgabe. Und angefeuert von vielen Fans zeigten die Männer aus Netteberge, dass sich das Training ausgezahlt hatte. Mit 3,20 min schaffte Netteberge zwar nicht die schnellste Zeit, doch konnten die Schiedsrichter keinen Fehler, für den es zehn Sekunden Zeitaufschlag gab, feststellen. Unter dem Jubel der Fans nahm die Löschgruppe den Stadtpokal aus den Händen von Michael-Franz Knobloch, noch Vorsitzender des Ausschusses für Feuer- und Zivilschutz, in Empfang. "Ich war fünf Jahre Ausschussvorsitzender und ich denke, wir haben einiges für die Feuerwehr erreicht", so Michael-Franz Knobloch, der dem neuen Rat nicht mehr angehört. "Die Selmer Feuerwehr spielt in der Champions League".

Alle Teams unter vier Minuten



Stadtbrandmeister Stephan Schwager gratulierte ebenfalls dem Sieger. "Alle Teams sind unter vier Minuten geblieben, dies hat es noch nicht gegeben", so der Stadtbrandmeister.

Den zweiten Platz belegte der Löschzug Bork. Mit 3,12min schaffte er zwar die schnellste Zeit, doch zwei Fehler kosteten den Sieg. Den dritten Platz belegte Hassel mit 3,35 min (1. Fehler), vor den Cappenbergern (3,56min 1 Fehler).

Zuversichtlich war der Pokalverteidiger Selm nach Netteberge gefahren. "Wir haben den Pokal nur mitgebracht, damit die anderen sich ihn mal ansehen können", so optimistische Kommentare. Doch es kam ganz anders. Die Zeit von 3,29min konnte sich noch sehen lassen, doch drei Ffehler bedeuteten letztlich den letzten Platz.